Freie Felder an der Shopware Bestellposition anlegen und in die Warenwirtschaft importieren

1. Worum es geht

Ihr Shop kann bisher nur den Artikel und die Menge einer Bestellposition erfassen. Angaben, die sich auf eine einzelne Position beziehen, haben keinen Platz: ein gewünschter Liefertermin für genau diesen Artikel, eine Kommissions- oder Projektnummer, ein Freitext zur Individualisierung.Zusatzfelder im Shopware Artikel

Diese Erweiterung schließt die Lücke. Sie legen selbst fest, welche Felder es gibt. Ihre Kunden füllen sie beim Bestellen aus. Die Angaben hängen anschließend fest an der jeweiligen Bestellposition und werden zusammen mit der Bestellung an Ihre Warenwirtschaft übergeben.

Ein Beispiel. Sie legen ein Feld „Wunsch-Lieferdatum“ an. Ein Kunde bestellt zehn Stück eines Artikels, davon fünf zum 15. November und fünf zum 24. Dezember. Im Warenkorb erscheinen daraufhin zwei getrennte Positionen mit je fünf Stück und je einem eigenen Termin. Genauso kommen sie in Ihrer Warenwirtschaft an.

2. Was Sie selbst einstellen können

Alles, was in diesem Abschnitt steht, können Sie jederzeit selbst ändern.

Felder anlegen und pflegen

Sie finden die Verwaltung im Shop-Backend unter Einstellungen → Erweiterungen → Zusatzfelder Bestellposition. Dort legen Sie beliebig viele Felder an.

  • Bezeichnung: Die Beschriftung, die Ihr Kunde im Shop über dem Eingabefeld liest.
  • Technischer Name: Der interne Schlüssel. Nach dem ersten Speichern nicht mehr änderbar, siehe Abschnitt 4.
  • Feldtyp: Textfeld, Datumsfeld oder Auswahlliste. Ebenfalls nicht mehr änderbar.
  • Platzhalter: Grauer Beispieltext im noch leeren Eingabefeld, etwa „z. B. K-4711“.
  • Hilfetext: Erklärender Kleintext unterhalb des Feldes.
  • Position: Reihenfolge der Felder. Die kleinere Zahl steht weiter oben.
  • Aktiv: Ausgeschaltet verschwindet das Feld überall. Bereits erfasste Angaben bleiben erhalten.

Wo ein Feld erscheint

Für jedes Feld entscheiden Sie einzeln:

  • Auf der Artikelseite anzeigen: Der Kunde füllt es aus, während er den Artikel in den Warenkorb legt.
  • Im Warenkorb anzeigen: Die Angabe erscheint im Warenkorb, im kleinen Warenkorb-Fenster und auf der letzten Seite vor dem Bestellabschluss.
  • Im Warenkorb änderbar: Der Kunde darf die Angabe dort noch korrigieren. Ohne diesen Schalter sieht er sie nur.

Auswahllisten befüllen

Beim Feldtyp „Auswahlliste“ erscheint eine zusätzliche Karte, in der Sie die Optionen anlegen. Jede Option hat zwei Teile:

  • Wert: Das, was gespeichert und an Ihre Warenwirtschaft übergeben wird. Halten Sie ihn kurz und ändern Sie ihn später nicht mehr, zum Beispiel „express“.
  • Anzeigetext: Das, was Ihr Kunde liest, zum Beispiel „Express-Versand“. Diesen dürfen Sie jederzeit ändern.

Angaben nachträglich korrigieren

Ihre Mitarbeiter können die Angaben in jeder Bestellung ändern: Bestellungen → Bestellung öffnen → Positionen. Die Spalte Zusatzfelder zeigt die Angaben, ein Doppelklick auf die Zeile öffnet die Bearbeitung.
Wichtig: Nach dem Bearbeiten die Bestellung oben rechts über Speichern sichern. Erst dann ist die Änderung gültig und wird an Ihre Warenwirtschaft übergeben.
Rabatt- und Gutscheinzeilen zeigen in der Spalte nur einen Strich. Sie gehören zu keinem Artikel und tragen deshalb keine Angaben.

3. Getrennte Positionen: Was Sie erwarten dürfen

Die Erweiterung trennt Positionen automatisch nach den erfassten Angaben:

  • Unterschiedliche Angaben beim selben Artikel ergeben getrennte Positionen.
  • Gleiche Angaben werden zu einer Position mit höherer Menge zusammengefasst.
  • Ändert ein Kunde im Warenkorb eine Angabe so, dass sie mit einer anderen Position übereinstimmt, werden beide zusammengeführt und die Mengen addiert.
  • Bei Artikeln mit Varianten, etwa Größe oder Farbe, zählt die Variante zusätzlich mit. Gleiche Angaben bei unterschiedlicher Variante bleiben getrennt.

Was das für Staffelpreise bedeutet

Wenn Sie mit Mengenstaffeln arbeiten, gibt es einen Punkt, den Sie kennen sollten.

Shopware berechnet eine Mengenstaffel immer je Position, nicht über den gesamten Warenkorb hinweg. Liegen zwei getrennte Positionen desselben Artikels mit je zwei Stück im Warenkorb, gilt für beide der Preis für zwei Stück, nicht der günstigere Staffelpreis ab drei Stück, obwohl Ihr Kunde insgesamt vier Stück bestellt.
Das lässt sich nicht umgehen: Sobald unterschiedliche Angaben zu getrennten Positionen führen, und genau das ist der Zweck dieser Erweiterung, sind es aus Sicht der Preisberechnung zwei Vorgänge.
Hinweis: Prüfen Sie, bei welchen Artikeln Sie Mengenstaffeln einsetzen und ob dort Zusatzfelder sinnvoll sind. Eine Zuordnung von Feldern zu bestimmten Artikeln oder Warengruppen ist in der Erweiterung bereits vorbereitet und kann in einem Folgeschritt umgesetzt werden.

4. Die Feldnamen und Ihre Warenwirtschaft

Sobald Sie ein Feld anlegen, entsteht im Hintergrund automatisch ein Shopware-Zusatzfeld. Sein Name setzt sich immer gleich zusammen: mdev_lif_ und dahinter Ihr technischer Name.
Aus dem technischen Namen „lieferdatum“ wird also „mdev_lif_lieferdatum“. Unter genau diesem Namen holt die Schnittstelle den Wert in Ihre Warenwirtschaft.
Deshalb lässt sich der technische Name nach dem ersten Speichern nicht mehr ändern. Würde er sich ändern, liefe die Zuordnung in der Warenwirtschaft ins Leere und die Angabe käme dort nicht mehr an. Die Bezeichnung, die Ihr Kunde sieht, dürfen Sie dagegen jederzeit anpassen.
Hinweis: Legen Sie neue Felder erst an, nachdem der technische Name mit der Person abgestimmt ist, die die Schnittstelle zur Warenwirtschaft betreut. Ein einmal angelegtes Feld lässt sich nur durch ein neues ersetzen, das alte bleibt dann als Altbestand stehen.

Datumsangaben

Datumswerte werden immer in der international eindeutigen Schreibweise JJJJ-MM-TT gespeichert, also „2026-11-15“ für den 15. November 2026. Ihr Kunde und Ihre Mitarbeiter sehen weiterhin die deutsche Schreibweise, die Umrechnung passiert nur für die Anzeige. So kann es bei der Übergabe an Ihre Warenwirtschaft keine Verwechslung zwischen Tag und Monat geben.

Wenn Sie ein Feld löschen

Beim Löschen verschwindet nur die Eingabemöglichkeit für künftige Bestellungen. Die Angaben in bereits erfassten Bestellungen bleiben vollständig erhalten und abrufbar. Das ist Absicht: Alte Bestellungen sollen auch Jahre später noch nachvollziehbar sein.

5. Die Bestellbestätigung an Ihre Kunden

Die Angaben können in der Bestellbestätigungs-E-Mail mit ausgegeben werden. Das geschieht nicht automatisch, und zwar aus einem bewussten Grund: Ihre E-Mail-Vorlagen sind in aller Regel angepasst, etwa Layout, Texte und Logo. Würde die Erweiterung sie selbsttätig überschreiben, wären diese Anpassungen verloren.

Der Baustein wird deshalb einmalig von Hand in Ihre Vorlage eingesetzt, unter Einstellungen → E-Mail-Templates → Bestellbestätigung. Der fertige Textbaustein liegt der Erweiterung bei und muss nur an der richtigen Stelle eingefügt werden. Auf Wunsch übernehmen wir den Einbau für Sie.

6. Für die Schnittstelle zur Warenwirtschaft

Dieser Abschnitt richtet sich an die Person, die die Datenübergabe technisch betreut.

Die Angaben liegen als customFields an der Bestellposition und werden über die Admin API mit ausgeliefert, wenn beim Abruf einer Bestellung die Positionen mit angefordert werden (Assoziation lineItems am Endpunkt /api/order/{orderId}).

Eine Position enthält dann zum Beispiel:

  • type: product
  • quantity: 3
  • customFields:
    • mdev_lif_lieferdatum: 2026-11-15
    • mdev_lif_kommission: K-4711
    • mdev_lif_versandart: express

Drei Hinweise dazu:

  • Bei Auswahllisten steht dort der Wert, nicht der Anzeigetext, also „express“ und nicht „Express-Versand“. Der Anzeigetext kann sich jederzeit ändern, der Wert bleibt stabil.
  • Die Position trägt zusätzlich ein Feld payload.maniacLifFields. Das ist ein interner Zwischenschritt aus dem Warenkorb und darf nicht ausgewertet werden, denn es kennt spätere Korrekturen aus dem Backend nicht. Maßgeblich sind ausschließlich die customFields.
  • Rabatt- und Gutscheinzeilen tragen keine customFields.

Zusatzfelder an der Bestellposition Einstellung in Schnittstelle S100

7. Was diese Erweiterung nicht leistet

Damit es später keine Überraschungen gibt, hier ausdrücklich die Grenzen:

  • Pflichtfelder: Alle Felder sind freiwillig. Ein Kunde kann bestellen, ohne etwas einzutragen.
  • Zuordnung zu Artikeln: Die Felder gelten für alle Artikel gleichermaßen. Eine gezielte Zuordnung ist vorbereitet, aber noch nicht umgesetzt.
  • Preisaufschläge: Die Angaben wirken sich nicht auf den Preis aus.
  • Datei-Uploads: Ihre Kunden können keine Dateien zu einer Position hochladen.
  • Rechnung und Lieferschein: Diese Dokumente entstehen in Ihrer Warenwirtschaft, nicht im Shop.
  • Anbindung anderer Systeme: Die Felder funktionieren im Shop selbst. Ein separates Bestellsystem, das den Shop nur als Datenquelle nutzt, müsste gesondert angebunden werden.

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