Im B2B-E-Commerce stoßen klassische Warenkorb-Prozesse schnell an ihre Grenzen. Wenn Geschäftskunden komplexe Maschinenbauteile, große Rohstoffmengen oder individualisierte Projektware bestellen, reicht ein fester Listenpreis im Webshop selten aus. Hier beginnt in der Praxis der Verhandlungsprozess: Der Einkäufer wünscht ein projektspezifisches Angebot, das Mengenrabatte, Rahmenverträge oder individuelle Lieferkonditionen berücksichtigt. Die technologische Herausforderung für Sie als Händler besteht darin, diese Frontend-Anfrage aus Shopware 6 nicht als unstrukturierte E-Mail enden zu lassen, sondern sie nahtlos in die tiefgreifende Preislogik der Sage 100 zu überführen. Genau diese Lücke schließt das Quote Management der Bronner B2B Suite in Kombination mit einer intelligenten Schnittstellen-Architektur.

Warum Standard-Warenkörbe im B2B-Handel oft nicht ausreichen

Der B2B-Kaufzyklus ist durch Individualität geprägt. Ein Einkäufer, der für sein Unternehmen einen Jahresbedarf an Verbrauchsmaterialien ordert, erwartet andere Konditionen als ein Gelegenheitskäufer. Bieten Sie in Ihrem Shopware 6 Webshop ausschließlich Fixpreise an, verschenken Sie wertvolles Umsatzpotenzial, da der digitale Verhandlungsweg versperrt ist. Bricht der Kunde den digitalen Pfad ab und greift zum Telefon, entsteht ein Medienbruch.

Das Ziel muss es daher sein, den kompletten Anfrageprozess zu digitalisieren. Der Kunde stellt seine Anfrage direkt im Shopware-Frontend, während Ihre Vertriebsmitarbeiter das Angebot in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung – der Belegerfassung der Sage 100 – kalkulieren. Um dies zu realisieren, benötigen Sie drei Komponenten, die perfekt ineinandergreifen: Shopware 6 als leistungsstarkes Shopsystem, die Bronner B2B Suite für das frontendseitige Quote Management und die maniacSeller-Schnittstelle für die bidirektionale Synchronisation mit dem ERP-System.

Die Architektur: Shopware 6, Bronner B2B Suite und Sage 100 im Zusammenspiel

Um zu verstehen, wie wertvoll dieser durchgängige Datenfluss ist, betrachten wir den Prozessschritt für Prozessschritt aus der Perspektive Ihres System-Setups.

Schritt 1: Die Angebotsanfrage im Frontend über die Bronner B2B Suite

Die Bronner B2B Suite erweitert den Standard-Funktionsumfang von Shopware 6 um ein essenzielles Modul: den Angebotskorb. Ein authentifizierter B2B-Kunde legt die gewünschten Artikel nicht zwingend in den normalen Warenkorb, um den Checkout auszulösen, sondern transferiert sie in eine Angebotsanfrage. Dabei kann er Bemerkungen zu den einzelnen Positionen oder zur Gesamtanfrage hinzufügen – beispielsweise den Hinweis, dass bei einer Aufstockung der Menge um 20 Prozent ein Sonderpreis für das Gesamtprojekt erwartet wird.

Zu diesem Zeitpunkt kennt das Frontend von Shopware 6 lediglich die Basisdaten: die Artikelnummern, die angefragten Mengen und den Kunden, der die Anfrage stellt. Die eigentliche betriebswirtschaftliche Magie muss nun im Backend, genauer gesagt in der Sage 100, stattfinden.

Schritt 2: Der reibungslose Transfer durch die maniacSeller-Schnittstelle

Sobald der Kunde die Anfrage absendet, greift die maniacSeller-Schnittstelle. Anstatt dass Ihr Vertriebsteam eine E-Mail erhält und die Positionen händisch in die Sage 100 abtippen muss, holt der maniacSeller den Datensatz über die Shopware API ab. Die Schnittstelle mappt die Shop-Daten exakt auf die entsprechenden Felder der Sage 100.

  • Kundenidentifikation: Anhand der Kundennummer oder E-Mail-Adresse wird der Datensatz dem exakten Debitoren im Kundenstamm der Sage 100 zugeordnet.
  • Artikelzuordnung: Die Shopware-Artikel werden über die eindeutige Artikelnummer mit dem Artikelstamm der Sage 100 abgeglichen.
  • Belegerstellung: Die Schnittstelle legt in der Sage 100 vollautomatisch einen neuen Verkaufsbeleg der Belegart „Angebot“ an.

Schritt 3: Kalkulation und Belegfluss in der Sage 100

Jetzt befindet sich die Anfrage exakt dort, wo sie hingehört: in der Belegerfassung Ihres ERP-Systems. Sobald der Vertriebsmitarbeiter das neu generierte Angebot in der Sage 100 öffnet, hat das ERP-System bereits im Hintergrund seine mächtige Preisfindungslogik angewandt. Da der Beleg einem spezifischen Debitoren aus dem Kundenstamm zugeordnet ist, zieht die Sage 100 automatisch alle hinterlegten Konditionen.

Tieferer Einblick: Wie die komplexe Preislogik der Sage 100 greift

Die größte Stärke einer direkten ERP-Anbindung zeigt sich in der Auflösung von Preiskomplexitäten. Ein B2B-Artikel in der Sage 100 hat selten nur einen einzigen Preis. Die Preisfindungshierarchie ist tief gestaffelt und wird bei der Anlage des Angebots durch den maniacSeller sofort berücksichtigt:

Nehmen wir an, ein Kunde fragt 500 Stück eines industriellen Hochleistungs-Schalters an. Die Sage 100 prüft beim Öffnen des Belegs folgende Parameter in genau definierter Reihenfolge:

  1. Sonderpreise und Aktionspreislisten: Gibt es für diesen Kunden und diesen Artikel im aktuellen Zeitraum einen zeitlich befristeten Sonderpreis?
  2. Kundenpreislisten: Ist dem Debitoren im Kundenstamm eine spezifische Preisliste (z.B. „Großkunden EU“) zugewiesen, die einen abweichenden Grundpreis für den Schalter definiert?
  3. Staffelpreise: Reicht die angefragte Menge von 500 Stück aus, um in eine günstigere Mengenstaffel im Artikelstamm zu rutschen?
  4. Rabattgruppen: Gehört der Artikel zu einer bestimmten Rabattgruppe (z.B. „Elektrotechnik“) und hat der Kunde auf diese spezifische Gruppe im Kundenstamm einen fest hinterlegten prozentualen Nachlass?

Das Ergebnis: Der Vertriebsmitarbeiter sieht im Angebot sofort den systemisch korrekt kalkulierten Preis, der alle individuellen Konditionen des Kunden berücksichtigt. Nun kann die eigentliche Vertriebsarbeit beginnen. Der Mitarbeiter kann manuell eingreifen, einen zusätzlichen Projektrabatt auf die Gesamtposition gewähren, alternative Artikel als Position hinzufügen oder Frachtkosten exakt kalkulieren.

Der Push-Back: Vom ERP zurück ins Shopware-Frontend

Ist das Angebot in der Sage 100 fertig kalkuliert, muss es dem Kunden zugänglich gemacht werden. Auch hier eliminiert die maniacSeller-Architektur den Medienbruch. Anstatt ein PDF zu exportieren und per E-Mail zu versenden, wird der Status des Angebots in der Sage 100 auf „freigegeben“ oder einen vergleichbaren Status gesetzt.

Die maniacSeller-Schnittstelle registriert diese Änderung im Belegstatus der Sage 100 und pusht die aktualisierten Positionsdaten inklusive der finalen Preise zurück in die Bronner B2B Suite von Shopware 6. Der Kunde erhält eine Benachrichtigung, loggt sich in sein Shopware-Konto ein und sieht das verbindliche Angebot direkt in seinem Dashboard.

Dieser Prozess bietet massive Vorteile in der Customer Experience. Der Einkäufer sieht exakt die Bezeichnungen, Preise und Konditionen, die Ihr Vertrieb in der Sage 100 definiert hat. Er kann das Angebot in Ruhe prüfen und, falls gewünscht, über das Shop-Frontend direkt annehmen.

Vom Angebot zum Auftrag: Der Closed-Loop-Prozess

Der digitale Kreislauf schließt sich, sobald der Kunde das Angebot im Shopware-Frontend akzeptiert. Die Bronner B2B Suite wandelt das akzeptierte Angebot systemseitig in einen regulären Warenkorb um und leitet den Kunden durch den Standard-Checkout-Prozess. Hierbei bleiben die verhandelten Preise aus der Sage 100 unveränderbar gesperrt, sodass der Kunde exakt zu den vereinbarten Konditionen bestellt.

Wird die Bestellung im Shop abgeschlossen, triggert dies den finalen Schnittstellen-Prozess:

  • Der maniacSeller erfasst den Bestelleingang aus Shopware.
  • In der Sage 100 wird das bestehende, zuvor kalkulierte Angebot referenziert.
  • Das System überführt das Angebot über die Belegübernahme der Sage 100 in einen Webshop-Auftrag (bzw. eine Auftragsbestätigung).

Der enorme Vorteil dieser Belegverkettung: Sie behalten in der Sage 100 die vollständige Historie bei. Im Belegfluss ist jederzeit nachvollziehbar, aus welchem ursprünglichen Angebot der finale Auftrag entstanden ist. Die Disposition kann sofort auf Basis des generierten Auftrags die Materialbedarfsplanung (Disposition) anstoßen, Picklisten für das Lager erstellen oder Direktlieferungen bei Lieferanten auslösen.

Fazit

Die Integration des Quote Managements der Bronner B2B Suite mit der Sage 100 über die maniacSeller-Schnittstelle transformiert den B2B-Vertrieb von einer fehleranfälligen E-Mail- und Zettelwirtschaft hin zu einem hochgradig automatisierten, digitalen Prozess. Sie ermöglichen Ihren Kunden eine moderne User Experience im Shopware-Frontend, während Sie intern keine Kompromisse bei der Datenqualität machen müssen.

Jede Anfrage greift direkt auf den validen Kundenstamm, den detaillierten Artikelstamm und die komplexe Preisfindungssystematik der Sage 100 zu. Vertriebsmitarbeiter werden von abtippenden Tätigkeiten befreit und können sich auf die strategische Preiskalkulation konzentrieren. Das Ergebnis ist ein Closed-Loop-Prozess, der Durchlaufzeiten für Angebote massiv verkürzt, die Fehlerquote auf ein Minimum reduziert und den Umsatz im B2B-E-Commerce durch professionelle, schnelle Reaktionszeiten nachhaltig steigert.

maniacSeller

Erfahren Sie hier alles über die 5-Sterne-bewertete Shop- und Versandschnittstelle maniacSeller: www.webshopschnittstelle.de

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie eine individuelle Beratung?

Hier gleich einen kostenlosen Beratungstermin reservieren